Lübeck
In Lübeck ist mehr historische Bausubstanz aus dem 13. bis 15. Jahrhundert erhalten als in allen anderen Städten Norddeutschlands zusammen. Diese Aussage macht das Ausmaß der Aufgaben zur Erhaltung des historischen Stadtbildes der Hansestadt Lübeck deutlich.
Ende der 1960er Jahre war die Lübecker Altstadt in einem beklagenswerten Zustand. Die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und die stadtplanerischen Ideen der Nachkriegszeit hatten deutliche Spuren hinterlassen. Die Wertschätzung der Altstadt war gering und wertvolle historische Bausubstanz in weiten Teilen dem Verfall preisgegeben. Gerade noch rechtzeitig wurde erkannt, was verloren geht, wenn dieser Entwicklung nicht Einhalt geboten wird.
Die sanierungsbedürftigen Stadtviertel befanden sich damals ausnahmslos auf der rund 100 Hektar großen, von Wasserläufen und den Resten der Wallanlagen umgebenen Insel der Altstadt, die Ende 1987 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde.
1971 wurde das neue Städtebauförderungsgesetz beschlossen. Die Hansestadt Lübeck hat bereits im Folgejahr die ersten Sanierungsgebiete förmlich festgelegt. In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Altstadtsanierung in Lübeck, bedingt durch die unterschiedliche finanzielle Ausstattung und wechselnde Rahmenbedingungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, stets einem hohem Personal- und Mitteleinsatz aber vor allem immer mit sehr viel Herzblut aller Mitwirkenden durchgeführt.
Ein Grundsatzbeschluss der Lübecker Bürgerschaft von 1976 lautete: „Vordringliches Ziel der Sanierung der Lübecker Innenstadt ist die Erhaltung als Kulturdenkmal.“ Ein weiterer Schwerpunkt war die Zukunft der Innenstadt als Wohnstandort. Inzwischen sind die Erfolge der Sanierung und des Denkmalschutzes überall in der Stadt zu sehen. Im Rahmen der Städtebauförderung wurden seit 1972 bis heute knapp 166 Mio Euro Städtebauförderungsmittel eingesetzt.
Aktuelle Projekte in Lübeck
Neben der Sanierung und Erhaltung der historischen Bausubstanz liegt der Fokus der Stadtentwicklung darauf, dass die Innenstadt als historisch gewachsener Wohnort auch in Zukunft gestärkt wird. Ziel ist es den aktuellen Herausforderungen der Innenstadt - Strukturwandel, Mobilitätswende und Klimawandel auch und ins Besondere im Zusammenhang mit öffentlichen Freiräumen – zu begegnen. Aktuelle Projekte wie zum Beispiel das Gründungsviertel, die Umgestaltung der Beckergrube oder das Projekt ÜBERGANSGWEISE zielen auf die Rückgewinnung urbaner Räume für städtisches Leben ab, die im Zuge des Nachkriegsstädtebaus entfremdet worden waren.
Kontaktadresse
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Bereich Stadtplanung und Bauordnung
Mühlendamm 12
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